FKSZ – «Wer mich braucht, erhält rasch einen Termin.»
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Bulletin Nr. 11 / Schuljahr 2025/26 | Porträt

«Wer mich braucht, erhält rasch einen Termin.»

Anita Qorraj ist Schulsozialarbeiterin an den FKSZ. Im Interview berichtet sie über ihre vielfältige Arbeit mit Schülerinnen und Schülern von der Mittelstufe bis zum Gymnasium.

Anita Qorraj

  • Beruf: FKSZ-Schulsozialarbeiterin
  • Schule: FKSZ Kreuzbühl (Mittelstufe und Sek) und FKSZ Gymnasium
  • Wohnort: Wallisellen
  • Hobbys: Fitness, Joggen, Lesen

Anita Qorraj, was ist Ihre Hauptaufgabe als Schulsozialarbeiterin?

In erster Linie bin ich eine neutrale Ansprechperson für Schülerinnen und Schüler. Ich biete Einzelbegleitungen an und führe Klasseninterventionen durch – sowohl präventiv als auch in akuten Situationen. Darüber hinaus unterstützen wir Schulsozialarbeitenden auch Lehrpersonen, die Schulleitung und die Eltern.


An welchen Prinzipien orientiert sich Ihre Arbeit?

Besonders wichtig sind Freiwilligkeit, Niederschwelligkeit und Vertraulichkeit. Das heisst, die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, ob und wie oft sie kommen möchten. Sie können mich jederzeit unkompliziert kontaktieren und erhalten rasch einen Termin. Und sie wissen: Was wir besprechen, bleibt unter uns.


Auf welcher Stufe sind Sie besonders gefordert?

Das lässt sich nicht pauschal sagen – jede Entwicklungsstufe bringt eigene Themen mit sich. In der Primarstufe geht es häufig um soziale Konflikte, das Organisieren des Schulalltags oder den Umgang mit Gefühlen. In der Sekundarstufe stehen Identitätsthemen, Notendruck oder Berufsorientierung im Vordergrund. Im Gymnasium rücken gelegentlich Interventionen zur Stärkung der Klassengemeinschaft in den Fokus.


Wie kommen Kinder und Jugendliche mit Ihnen in Kontakt?

Oft wenden sie sich zuerst an eine Lehrperson, die dann einen Termin vermittelt. Oder sie melden sich direkt bei mir – per WhatsApp oder per E-Mail. Je älter sie sind, desto selbstständiger nehmen sie das Angebot wahr.

Ein typisches Schulthema ist der Notendruck. Wie unterstützen Sie Schülerinnen und Schüler, die darunter leiden?

Wir schauen gemeinsam, woher der Druck stammt. Natürlich können Erwartungen der Eltern eine Rolle spielen, aber oft entsteht der eigentliche Druck im Kind selbst. Dann ist es wichtig, reflektieren zu lernen und die eigenen Gefühle und Muster zu verstehen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die persönliche Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen. Auch Dankbarkeit ist ein wich­tiges Thema. Manchmal bitte ich ein Kind ein­fach, mir zu erzählen, wofür es dankbar ist. Da kommt oft Erstaunliches zusammen – und eine schlechte Note wirkt anschliessend weniger übermächtig.


Welche Angebote gibt es im Bereich Prävention?

An den FKSZ kennen wir die sogenannten Klassenstunden. Die Klassenlehrperson wählt das Thema frei und kann auch jemanden ein­laden. Manchmal übernehme ich eine solche Stunde und spreche mit der Klasse über Themen, die sie beschäftigen – etwa den gegenseitigen Respekt oder den Gruppenzusammenhalt. Ältere Jugendliche möchten vielleicht über Rauchen, Drogen oder Gewaltprävention sprechen. Auch wenn solche Fälle an den FKSZ äusserst selten sind, beschäftigen die Themen die Jugendlichen dennoch.


Beziehen Sie auch die Eltern in Ihre Arbeit ein?

Unbedingt. Im Schulhaus Kreuzbühl gibt es beispielsweise ein internes Elterncafé, in dem wir uns mit Eltern austauschen, hören, was gut läuft und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Zudem organisieren wir Schul­sozialarbeitenden gemeinsam mit dem Schul­psychologen und der Schulleitung regelmässig Elternbildungsanlässe zu relevanten Themen. So bleiben wir mit den Eltern im Gespräch und erfahren, was sie beschäftigt.

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